Die Arzneimittel der besonderen Therapierichtung genießen aufgrund des politischen Willens und dem Bekenntnis zu einem wissenschaftlichen Methodenpluralismus in Deutschland eine besondere Stellung, die in den besonderen gesetzlichen Regelungen (AMG 1976) zum Ausdruck kommt.
Durch die erweiterte Richtlinie 2001/83/EG ist ein erster Schritt einer spezifischen Regelung der Arzneimittel der besonderen Therapierichtung nun auch auf europäischer Ebene gegeben. Dabei gewinnt der Sicherheitsaspekt der Arzneimittel eine zunehmende Bedeutung und wird im wesentlichen durch Pharmakovigilanzdaten gewonnen.
Spätestens seit dem Verbot von Kava-Kava, einschließlich homöopathischer Verordnungen bis D4, den Stufenplanverfahren zu Knoblauch- und Schöllkrauthaltigen-Arzneimitteln (Allium sativum und Chelidonium), und dem Verdacht der Arzneimittelinteraktion von Johanniskraut (Hypericum) scheint es klar, dass ausreichende Studien zur Sicherheit teuer und für viele Produkte auf dem Markt nicht finanzierbar sind.
Eine Alternative zu solchen Studien, ist die Erhebung und wissenschaftliche Aufarbeitung von Pharmakovigilanzdaten mit allgemein anerkannten Methoden. Die Hufelandgesellschaft plant daher in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Havelhöhe und weiteren Dachverbänden der Komplementärmedizin (DAMiD, DZVhÄ, ZAEN) den Aufbau eines Pharmakovigilanz-Zentrums für Arzneimittel die im bereich der Komplementärmedizin eingesetzt werden.
Das Pilotprojekt EvaMed hat gezeigt, dass ein elektronisches Pharmakovigilanznetz systematisch und effektiv ist und dabei die Sicherheit und Unbedenklichkeit von Arzneimitteln der besonderen Therapierichtungen mit harten wissenschaftlichen Fakten untermauern kann.
Pharmakovigilanz als eine gemeinsame Aufgabe der Ärzteschaft und Pharmaindustrie ist ein zukunftsweisender Schritt zum Erhalt der Arzneimittel in der Naturheilkunde und Komplementärmedizin auf nationaler wie europäischer Ebene.
Publications on the EvaMed Project
- Matthes H, Tabali M, Jeschke E. Ein Pharmakovigilanzsystem für Arzneimittel der besonderen
Therapierichtungen. Erfahrungsheilkunde 2008;57:1-6 - Jeschke E, Lueke C, Ostermann T, Tabali M, Huebner J, Matthes H. Prescribing practices in the treatment of upper respiratory tract infections in anthroposophic medicine. Forsch Komplementärmed 2007;14:207-15.
- Jeschke E, Schad F, Pissarek J, Matthes B, Albrecht U, Matthes H. QuaDoSta - ein frei konfigurierbares System zur Unterstützung multizentrischer Datenerhebungen in medizinischer Versorgung und Forschung. GMS Med Inform Biom Epidemiol 2007;3(2):Doc 10
Anthroposophic medicinal products have been used for more than 80 years in Europe and worldwide. They have been prescribed by thousands of physicians to millions of patients.
Side effects have been reported rarely, mostly due to allergic reactions. If side effects occur they are mostly mild.
References concerning safety of Anthroposophic Medicinal Products
- Matthes H, Tabali M, Jeschke E. Ein Pharmakovigilanzsystem für Arzneimittel der besonderen
Therapierichtungen. Erfahrungsheilkunde 2008;57:1-6 - Hamre HJ, Witt CM, Glockmann A, Tröger W, Willich SN, Kiene H: Use and safety of anthroposophic medications in chronic disease. A 2-year prospective analysis. Drug Saf 2006, 29(12):1173-89
- Baars EW, Adriaansen-Tennekes R and Eikmans KJL (2005): Safety of Homeopathic Injectables for Subcutaneous Administration: A documentation of the Experience of Prescribing Practitioners. J Altern Complement Med 11(4): 609-616
- Kienle G, Kiene H and Albonico H: Anthroposophic Medicine: Effectiveness, utility, costs safety, New York and Stuttgart, 2006
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